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Hörstörungen

Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen, die durch Hörstörung bedingt sind (SP4)

Definition:
Man unterscheidet drei Arten der Schwerhörigkeit: Schallleitungs-,
Schallempfindungs- und kombinierter Schwerhörigkeit. Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit ist die Schallaufnahme und die Schallweiterleitung im äußeren Ohr und im Mittelohr gestört. Eine Schallempfindungsschwerhörigkeit ist im Innenohr oder entlang des Hörnerven lokalisiert. Kombinierte Schwerhörigkeiten sind Mischformen der Schallleitungs- und der Schallempfindungsschwerhörigkeit.
Des Weiteren unterteilt man in vier verschiedene Schweregrade:

  • Geringgradige Schwerhörigkeit (bis 40 dB)
  • Mittelgradige Schwerhörigkeit (40-70 dB)
  • Hochgradige Schwerhörigkeit (70-90 dB)
  • Gehörlosigkeit (ab 90 dB)


Ursachen:
Hörstörungen können angeboren sein, während der Geburt entstehen oder sich später im Leben entwickeln. Sie können isoliert oder in Kombination mit weiteren Behinderungen auftreten. Mögliche Ursachen können sein:

  • Infektionen der Mutter während der Schwangerschaft (z.B. Röteln, Mumps, Toxoplasmose)
  • Sauerstoffmangel
  • Syndromerkrankungen (Usher-Syndrom, Franceschetti-Syndrom, Pierre-Robin-Syndrom, Goldenhar-Syndrom, Alport-Syndrom, Pendred-Syndrom)
  • Chromosomenanomalien
  • ototoxische Medikamente
  • Nieren- und Stoffwechselerkrankungen
  • Belüftungsstörungen im Kindesalter, Paukenergüsse, Mittelohrentzündungen
  • Meningitis
  • Missbildung der Gehörknöchelchenkette
  • Lärmbelastung
  • Otosklerose
  • Haarzellschaden
  • Akustikusneurinom
  • Unfall



Behandlung:
In vielen Fällen kann die Hörstörung durch eine qualifizierte Hörgeräteanpassung oder eine Operation (Paukenröhrchen, Stapesplastik, Cochlear Implant) verbessert werden.
In fast allen Fällen ist jedoch eine zusätzliche logopädische Therapie nötig.

Bei Kindern (ab Säuglingsalter!) geht die Therapie meist Hand in Hand mit der Frühförderung der Förderschulen für Hören und Kommunikation:
Die Therapeuten beraten die Eltern bezüglich apparativer Versorgung (Hörgeräte) und lautsprachförderndem Verhalten: „Wie rede ich mit meinem Kind, damit es möglichst gut und schnell sprechen lernt“.
Es werden Spielideen geliefert, Reime und Bewegungsspiele vorgeschlagen und im Alltag auftretende Probleme und Fragen besprochen. Später gehört auch die Beratung bezüglich Kindergarten und Schule mit dazu.
Vor jeder Therapiesitzung sollten die technischen Geräte (Hörgeräte, Sprachprozessoren, FM-Anlage) abgehört und kontrolliert, sowie die Eltern in der Überprüfung der Geräte angeleitet werden.
Für manche Kinder ist der zusätzliche Einsatz von Gebärden nötig. Unsere Therapeutinnen sind deshalb im Einsatz der Gebärdensprache geschult.
Am Anfang der Arbeit mit dem Kind steht der Aufbau des Sprachverständnisses und des aktiven Wortschatzes: das Kind lernt, die Äußerungen der Umwelt zu verstehen und seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche mit Sprache zu äußern.
Kommunikation und Sprechfreude wird auf kindgerechte und motivierende Art und Weise geweckt und aufgebaut.
Im Laufe der Behandlung werden die Bereiche Grammatik und Aussprache vermehrt in die Behandlung miteinbezogen. Besonderes Augenmerk wird jedoch weiterhin auf die technische Versorgung, Hörentwicklung und auditive Wahrnehmung gelegt.
Durch unsere enge Zusammenarbeit mit der Bagus GmbH&Co KG (Hörgeräte und Augenoptik) und dem CIC Ruhr (Cochlear Implant Centrum: im selben Haus) haben wir die Möglichkeit, optimal interdisziplinär zum Wohl der kleinen und großen hörgeschädigten Patienten zusammenzuarbeiten.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen steht das Hörtraining (auch Telefontraining), sowie der Sprachausbau (Grammatik, Satzbau, Wortschatz) im Vordergrund. Weitere Inhalte können Stimmübungen und lebenspraktische Beratung (Hörtaktik, Beratung über Zusatzgeräte) sein. Auch hier kommt unseren Patienten die interdisziplinäre Zusammenarbeit sehr zugute.

Jeder Hörgeräteträger hat die Möglichkeit, sich logopädisches Hörtraining verordnen zu lassen und somit die apparative Versorgung mit gezielten Hörübungen auf einen erfolgreichen Weg zu bringen.
Auch nach abgeschlossener CI-Reha kann ein logopädisches Hörtraining die Probleme des Alltags mit bewältigen helfen.

 

Weitere Informationen über die ambulante CI-Rehabilitation erhalten Sie in dem Artikel des Cochlear Implant Verbandes NRW e.V. "Ambulante CI-ReHabilitation im CIC Ruhr in Essen"



Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWST)

Definition:
Bei einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWST) werden auditive Reize trotz eines normalen Hörvermögens auf zentraler Ebene nicht adäquat verarbeitet. So kommt es zu Teilleistungsstörungen oder Schulproblemen. Kinder, die zur Abklärung der zentralen Hörfähigkeit vorgestellt werden, haben Probleme mit dem Zuhören und dem Verstehen, Verarbeiten und Wahrnehmen von auditiven Informationen. Die Eltern berichten häufig, dass Aufforderungen nicht beachtet werden. Lehrer bemerken Probleme beim Lesen und Schreiben wie z.B. Buchstabenverwechslungen. Bei Erwachsenen kann es im Rahmen von neurologischen Erkrankungen wie z.B. einer Hirnblutung zu zentralen Hörstörungen kommen.

Ursachen:

  • häufig unklare Genese
  • kurzzeitige Hörbeeinträchtigung im Kindesalter (z.B. durch Mittelohrentzündungen)
  • neurologische Erkrankungen


Eine isolierte Störung der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung tritt häufig ohne erkennbare Ursache auf. Bei peripheren Hörstörungen oder im Rahmen einer ADHS kann es zusätzlich zu einer Beeinträchtigung der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung kommen. In diesem Fall spricht man jedoch nicht mehr von einer AVWST im klassischen Sinne.


Leitsymptome:

  • reduzierte auditive Aufmerksamkeit und Konzentration
  • reduzierte Hör-Merkspanne
  • Probleme beim dichotischen Hören
  • vermindertes Richtungshören
  • unzureichende Lautdiskrimination
  • Probleme bei der Lautsynthese
  • Defizite im Teilbereich der auditiven Ergänzung
  • Probleme im Störschall


Die Störung kann sich in den verschiedenen Teilbereichen der zentral-auditiven Wahrnehmung und Verarbeitung äußern. Sie kann in unterschiedlichen Kombinationen und Ausprägungen vorkommen. Eine Folgeerscheinung kann eine LRS sein.


Behandlung:
Der Behandlung einer AVWST sollte immer eine umfassende Diagnostik von Fachpersonen vorausgehen. Ziel der Diagnostik sollte eine exakte Beschreibung der Defizite und ein Herausarbeiten auf Hinweise zur Ursache und Lokalisation sein. In der Behandlung sollten nutzbare Fähigkeiten zur Kompensation der Defizite aktiviert werden. Des Weiteren erfolgt ein gezieltes Training der betroffenen auditiven Teilleistungen u.a. mit Hilfe von Computerprogrammen. Darüber hinaus werden die Patienten zu häuslichen Übungen angeleitet. Einen wichtigen Bestandteil der Behandlung nimmt auch die Beratung zur Verbesserung der akustischen Signalqualität z.B. die Verbesserung der Schallreflexion in Schulräumen ein.




 
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